Klebeband FAQ

Klebeband FAQ

Allgemeine Informationen

  • Was ist Klebeband, wofür wird es verwendet?
  • Wann verwende ich welches Klebeband?
  • Qualitäten (PP, PVC, Gewebe) – Vergleich
  • Druck


 

Klebebänder sind aus Haushalt und Büro bekannt. Sie werden verwendet, um Pakete zu verschließen (Paketband), Papier zu verkleben oder kleinere Reparaturen durchzuführen. Die hier gebräuchlichen Klebebänder bestehen aus einer Kunststofffolie, die einseitig dünn mit Klebstoff beschichtet ist. Als Folienmaterialien werden PVC (Polyvinylchlorid) und PP (Polypropylen) verwendet.

Bei den PP-Klebebändern wird oftmals eine Acrylatdispersion als Kleber verwendet. 
Dieser Kleber ist alterungs- und lichtbeständig, besticht durch seine hohe Klebekraft, gutem Anhaftvermögen und umweltfreundliche Fertigung. Zu beachten ist, dass Klebebänder mit Acrylatkleber schwerer zu verarbeiten und temperatursensibel sind.

Eine andere umweltfreundliche Technik ist der Einsatz von Hotmelt-Klebern/synthetischem Kautschuk.
Aufgrund des raschen Anhaftvermögens und der ausgezeichneten Dauerklebekraft bei gleichzeitiger leichter Abrollbarkeit empfiehlt sich diese PP-Ausführung insbesondere auch für den maschinellen Kartonverschluss mittels Verpackungsautomaten.
Bänder mit Hotmelt-Kleber haben jedoch negative Eigenschaft, ein lautes und störendes Ablaufgeräusch zu entwickeln. Auch ist die Temperaturbeständigkeit begrenzt und die Alterungsbeständigkeit gering.

Als dritte Alternative wird Naturkautschuk-Kleber verwendet. Er gilt als relativ umweltneutral, gibt kaum Dämpfe ab. PP-Bänder mit Naturkautschuk-Kleber gehören zu den anspruchsvollen Klebematerialien.
Vorteile: gute Verklebungsfestigkeit auf schwierigen Untergründen (PP oder PE) und gute Wiederablösbarkeit. Hohe Anfangsklebkraft, temperaturfestigkeit, hohe Scherfestigkeit.


PVC

Polyvinylchlorid wird durch Polymerisation von Vinylchlorid hergestellt, es besteht zu einem großen Anteil aus Chlor. Erst durch den Zusatz von Stabilisatoren wird PVC gegen Licht- und Witterungseinfluss beständig.

Reines PVC ist hart und relativ spröde und wird erst durch Zusatz von Weichmacher-Additiven und Stabilisatoren weich, formbar und für technische Anwendungen geeignet.
Im Verpackungsbereich für z. B. Klebebänder, setzt man in der Regel Hart-PVC-Folien ein. Sie sind sehr reißfest und gut bedruckbar.
Polyvinylchlorid (PVC) ist einer der wichtigsten thermoplastischen Massenkunststoffe. Polyvinylchlorid wurde im Jahr 1838 entdeckt, die technische Herstellung begann 1926. Seit 1950 wird PVC industriell als Massenkunststoff produziert.


Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

  • sehr widerstandsfähig
  • hohe Reißfestigkeit
  • hitzebeständig
  • lange haltbar
  • hohe UV-Stabilität
  • haftet gut auf den verschiedensten Oberflächen
  • unempfindlich gegen Feuchtigkeit
  • universell einsetzbar für leichte bis schwere Verpackungsanwendungen
  • leise abrollend

Eine große Auswahl an PVC-Klebebändern finden Sie in unserem Onlineshop.

PP

Polypropylen (PP) ist ein wichtiger thermoplastischer Kunststoff und gehört zu den Polyolefinen. Viele Eigenschaften sind mit denen von Polyethylen (speziell HDPE) sehr ähnlich. Polypropylen gehört insgesamt zu den bedeutendsten Kunststoffen.
Polypropylen ist sehr dehnbar, reißfest und feuchtigkeitsbeständig.
 

Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

  • preisgünstiger gegenüber PVC
  • gute Reißfestigkeit
  • universell einsetzbar für leichte bis mittelschwere Verpackungsanwendungen
  • Verarbeitbar mit allen gebräuchlichen Handabrollern
  • Leise und laut abrollend

Eine große Auswahl an PP-Klebebändern finden Sie in unserem Onlineshop.


Tipps:

Sorgen Sie stets für einen sauberen und trockenen Untergrund. Verunreinigungen oder Wellpappe mit hohem Recyclinganteil können die Klebkraft beeinflussen. Zudem sind Temperaturschwankungen ebenfalls problematisch. Lagern Sie das Klebeband in trockenen und wetterfesten Räumen, idealerweise im Verpackungskarton. Schützen Sie es vor intensiver Sonneneinstrahlung. Die Verarbeitung sollte möglichst bei Raumtemperatur erfolgen. Klebebänder verlieren mit zunehmendem Alter an Klebkraft. Disponieren Sie Ihren Lagerbestand entsprechend Ihres tatsächlichen Verbrauchs. Lagerzeiten von mehr als 6 Monaten sollten vermieden werden.

Die Klebkraft eines Klebebandes ist immer abhängig von der Klebmasse, der Schichtdicke des Klebers, den Eigenschaften (steif, flexibel) des Trägers, dem Anpressdruck und der Kontaktfläche (rau, glatt) des Untergrundes. Daher darf sich die Auswahl des Klebebandes nicht ausschließlich an der Klebekraft orientieren, sondern hat situationsgerecht zu erfolgen.


Filamentklebeband

Die Bezeichnung Filament hat seinen Ursprung im spätlateinischen Wort „filamentum“. Der Begriff wird in unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen benutzt, immer hat es jedoch mit dem „filum“ (lat. Faden, Faser) zu tun: z. B. in der Biologie und Medizin, in der Astronomie, in der Elektrotechnik. Im Zusammenhang mit dem Filamentklebeband ist die Definition aus der textilen Terminologie entscheidend. Als Filament bezeichnet man hier eine aus einer Einzelfaser bestehende endlose Chemiefaser. Die DIN-Norm 60001 informiert über Fasern und ihre Eigenschaften. 

Beim Filamentklebeband ist es die Glasfaser, die den Unterschied macht. Glasfasern werden aus der Schmelze bestimmter Glasarten gewonnen und finden Einsatz als Kabel zur Datenübertragung, als lichttransportierendes Medium, als textiles Gewebe zur Wärmedämmung und Schallreduzierung, als Verstärkung für vielerlei Kunststoffe. Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) erweisen sich als äußerst alterungs- und witterungsbeständig, chemisch resistent und verbessern durch hohe Elastizität die mechanischen Eigenschaften des Kunststoffs.

Filamentklebebänder sind anderen Klebebändern in punkto Reißfestigkeit weit überlegen. Sie haben eine extrem hohe Sofortklebkraft und können auch bei der Dauerklebkraft punkten. Unter Klebkraft versteht man die Kraft, die im Versuch benötigt wird, um ein Filamentklebeband von einer Stahlfläche abzuziehen. Ausgedrückt wird dieser Wert mit der Kraft N (Newton) und der Breite des Testbandes: bei einer Probenbreite von 25 mm wäre das N/25 mm. Die Reißkraft ist die Kraft, die man aufwenden muss, um einen Klebestreifen, den man einer bestimmten Zugkraft aussetzt, zum Reißen zu bringen. Sie ist unabhängig von der Klebkraft, wird aber ebenfalls in N/mm (bei einem Testband von 25 mm N/25mm) angegeben. 

Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten

Das Filamentklebeband ist besonders da gefragt, wo andere Klebebänder nicht mehr in Frage kommen. Es eignet sich zum Bündeln, Befestigen, Umreifen und Sichern extrem schwerer ebenso wie sperriger Güter, z. B. Fässer oder Rohre. Wegen seiner Unempfindlichkeit gegen Kälte, Wärme und Feuchtigkeit, wegen seiner Schock- und Schlagfestigkeit kann das Filamentklebeband auch bei vielen Gefahrgütern eingesetzt werden. Zur Umreifung von Gegenständen und Paletten wird kein Maschineneinsatz benötigt. Das Filamentklebeband kann überall flexibel eingesetzt werden. Da das Band sofort haftet, zieht man es problemlos um die zu befestigenden Teile herum. Es lässt sich trotz seiner Klebkraft gut wieder entfernen. 

Vielfältige Handelsformen

Das Filamentklebeband gibt es mit einfacher Längsverstärkung oder – für noch größere Festigkeit – kreuzgitterverstärkt, also mit längs- und querliegender Glasfaserverstärkung. Die Klebeschicht unterscheidet sich in der Zusammensetzung je nach Hersteller. Weiß, transparent und (seltener) schwarz sind die bevorzugten Farben, 10 bis 100 mm die beliebtesten Breiten des Filamentklebebandes.

Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

  • Glas-/Kunstofffaser
  • alterungs- und witterungsbeständig
  • chemisch resistent
  • hohe Elastizität
  • sehr hohe Reißfestigkeit
  • extrem hohe Sofortklebekraft
  • zum Bündeln, Befestigen, Umreifen und Sichern extrem schwerer/sperriger Güter geeignet
  • temperaturunempfindlich
  • flexibel einsetzbar

Eine Auswahl an Filamentklebebändern finden Sie hier.

 

Gewebeklebeband

Besonders beanspruchbare Klebebänder werden mit Textilgewebe bzw. Gewebe aus besonders reißfesten Kunststoffen verstärkt.

Eines der beliebtesten Klebebänder ist das Gewebeklebeband. Es zeichnet sich durch eine ungeheure Klebkraft aus und ist extrem reißfest. Dieses Gewebeklebeband ist mit Polyestergewebe verstärkt. So ist es in der Längsrichtung sehr klebestark, lässt sich aber in Querrichtung relativ leicht von Hand abreißen und ist perfekt für eine leichte und einfache Verarbeitung geeignet.
Im Umgangssprachgebrauch wird es auch als Universalklebeband, Panzerband, Industrieklebeband bezeichnet.
Das Band passt sich dem Untergrund fast wie eine zweite Haut an und lässt sich später in der Regel ohne Kleberückstände wieder gut entfernen, obwohl es eine sehr hohe Klebkraft besitzt.

Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

  • sehr hohe Klebkraft
  • extrem reißfest
  • in Längsrichtung sehr reißfest
  • in Querrichtung relativ leicht von Hand abreißbar
  • sehr strapazierfähig

Hier finden Sie das Gewebeklebeband von Storopack.

 

Klebeband-Lexikon

Adhäsion (Klebkraft):

Unter Klebkraft bei Klebebändern versteht man die Verbindungskraft eines Klebebandes auf einem Haftuntergrund. Ausgedrückt wird dieser Wert mit der Kraft N (Newton) und der Breite des Testbandes: bei einer Probenbreite von 25 mm wäre das N/25 mm.
Um vergleichbare Werte zu erzielen, wird bei Laborversuchen nach festen Normen geprüft: so wird ein 25 mm breites Klebeband auf eine polierte Stahlplatte geklebt und dann mit konstanter, festgelegter Geschwindigkeit im 180° Winkel abgezogen und die dafür benötigte Kraft in kp oder N (Newton) gemessen.

Kohäsion (Scherfestigkeit):

Unter Scherfestigkeit versteht man das Klebevermögen oder die Klebkraft bei Belastungen durch unterschiedliche Zuggewichte und meist erhöhten Temperaturen.

N (Newton)

Das Newton ist die im internationalen Einheitensystem (SI) für die physikalische Größe Kraft verwendete Maßeinheit. Sie wurde nach dem englischen Wissenschaftler Isaac Newton benannt.
1 Newton ist die Kraft, die eine Masse von einem Kilogramm mit 1 m pro s² beschleunigt.

1 N = 1 kg * m


Reißkraft

Die Reißkraft gibt an, bei welcher Kraftbeanspruchung ein Klebeband reißt, also die Zugkraft in dem Moment des Reißens. Sie wird auf die Bandbreite bezogen und in Newton pro 25 mm oder pro cm Bandbreite angegeben. Der Kleber spielt dabei keine Rolle.


µ (my) - Gesamtdicke

µ ist die Maßeinheit, die vor allem im Bereich geringer Dicken bei Trägerfolien eine Rolle spielt. 
Ein µ entspricht eintausendstel Millimeter (= 0,001 mm).
µ gibt die Gesamtdicke (Träger + Klebmasse) des Klebebandes an (ohne Trennlage).
Das Mikro-Zeichen ist ein eigenständiges Schriftzeichen, das in Computerschriftarten auf den Gebrauch zusammen mit lateinischen Buchstaben abgestimmt ist.